Kabarett Abend mit "Bauernseufzer" am 24.07.2021

Kabarett "Bauernseufzer" am 24.07.2021

 

Grod schäi wars

Kabarettgruppe ‚Bauernseufzer‘ in Nassenfels aufgetreten

 Nassenfels (fkd – 7251) – Ein besonderer Abend – sowohl für die Besucher als auch für die Musikanten selbst – fand in Nassenfels statt. Die drei Kabarettisten Markus Moosburger, Stefan Brock und Crissy Simon aus Deining in der Oberpfalz, die unter dem Namen ‚Bauernseufzer‘ auftreten, gaben ihr Programm ‚Grod schäi is‘ am Nassenfelser Bauhof unter freien Himmel zum Besten. Nachdem die Gruppe ab November 2019 eine private Pause eingelegt hatte, wollten sie Mitte 2020 wieder voll durchstarten. Leider machte wie bei so vielem Corona einen Strich durch die Rechnung. Auch der Termin an der Schutter wäre eigentlich schon im Sommer 2020 an der Reihe gewesen. Somit war der Auftritt in Nassenfels der erste seit langem – was man den Musikanten jedoch nicht anmerkte. Mal abgesehen davon, dass ein Teil der Beschallung zuhause liegengeblieben ist. Aber das stellte für die Nassenfelser kein Problem dar – sind doch jede Menge Musikanten hier vertreten und Josef Göbel unterstütze hier kurzfristig mit Ersatz. Souverän spielten die Künstler ihr Programm und banden auch das Publikum mit ein: mit ‚Handerl häuidn‘ und ‚Naserl reiben‘ sowie ‚Bussi hi‘ und ‚Bussi widda her‘ erhielten ein Egweiler Paar einen Eheauffrischungskurs. Sollte es in naher Zukunft ‚kreative Klobürsten‘ im EDEKA-Markt zu kaufen geben, wird es daran liegen, dass ein Handelsvertreter die Vorzüge der Bürstenmodelle ‚Wilder Westen‘, ‚Wurzelsepp‘ oder auch ‚Waidmannsheil‘ anpries. Urbayrisch erzählten sie in etwa zwei Stunden vom klassischen Dorfleben. So wie es halt in vielen kleinen Orten in ganz Bayern zugeht. Sie erzählten von der Frau ‚Ozenbauer‘, die den ganzen Ort mit ‚FVF-Nachrichten‘ (Frisch vom Friedhof) versorgt. Auch die Eckbank der Oma welche jeder kennt und auf der neben der Katz und dem ‚Mucknbatscher‘ auch der Willibaldsbote liegen, fand seinen Platz im Programm. Wie sollte es anders sein – den Besuchern wurde anhand von etwas überspitzen Fehltritten der Spiegel vorgehalten: Mit Bausünden der 70er Jahre und auch mit denen von heute. Der Niedergang des Dialekts wurde ebenfalls beklagt – und taten gleich etwas dagegen: ‚Wischkastl‘ anstelle von ‚Smartphone‘ oder ‚Goidscheißer‘ anstelle von ‚Geldautomat‘. Kurzweilig und mit ganzem Körpereinsatz lenkten sie mit Schauspiel, einer Vielzahl an humorvollen Musikstücken und kabarettistischen Szenen durch das Programm. Ganz dem Motto treu gab es zum Ende dann auch keine Zugabe – sondern auf bayerisch ‚no a bisserl wos‘.

Wie bei vielen Kabarettisten hatte das Programm auch einen ernsten Kern, um das sich die ganzen Stücke drehte: Zufriedenheit. Was hilft das teuerste, wenn man keine Zeit mehr für´s Wesentliche hat. Es gibt immer mehr Kommunikationsmittel – aber die Kommunikation untereinander wird immer weniger. Insbesonders in der aktuellen schwierigen Zeit, legten sie den Finger in die Wunde. Mit ihren Einlagen und dem gesamten Auftritt zeigten sie auf, dass Geselligkeit und Miteinander trotzdem in der Bevölkerung stark vertreten ist.

Zum Abschluss des Auftritts, bedankten sich die ‚Bauernseufzer‘ untern anderem beim Nassenfelser Pfarrvikar Florian Leppert, der den Auftritt mit eingefädelt hat. Seit der Zeit, in der Leppert in Deining eingesetzt war, sind die Musikanten mit ihm befreundet und sind sogar zusammen aufgetreten. Dass somit auch ein guter Draht nach oben geherrscht haben muss, zeigte sich am Wetter: Nachdem am Nachmittag schon über eine Absage aufgrund der Erwartung von starken Regenfällen im Raum stand, hielt das Wetter dann doch bis zum Ende der Veranstaltung, so dass alle den Abend genießen konnten und vielleicht auch die Zufriedenheit etwas gesteigert werden konnte.

von Daniel Funk