Nepomuk-Statue Einweihung 2019

Einweihung Nepomuk Statue am 16.05.2019 

Die neue Statue des heiligen Johannes-Nepomuk wurde ihren angedachten Standort an der Schutterbrücke bei der Burg übergeben. Pfarrer Pater Slawomir Gluchowski segnete sie im Beisein zahlreicher Gäste, des Hobbykünstlers Georg Hiller, dessen Frau Elisabeth zusammen und Bürgermeister Thomas Hollinger.


Zur Geschichte: von Daniel Funk

Die Schutterbrücke an der Nassenfelser Burg hat wieder einen Brückenheiligen. Nachdem die Vorgängerfigur 2016 aus der Kapelle aufgrund dringend erforderlicher Sanierungsarbeiten entfernt wurde, konnte am Gedenktag des heiligen Johannes-Nepomuks eine neu gestaltete Figur des Hobby-Motorsägen-Künstlers Georg Hiller aufgestellt werden.
Die Geschichte des Hl. Johannes Nepomuk in Nassenfels reicht weit zurück. Die ursprüngliche Holzfigur hatte ein tristes Dasein im Keller eines Kirchenmalers. Der damalige Pfarrer Georg Wohlmuth konnte nach langem Bestreben über Umwegen erreichen, dass sie nach Nassenfels kam. Dort stand sie lange Zeit teilrestauriert im Pfarrheim, bevor sie – ebenfalls im Bestreben vom Pfarrer Wohlmuth – fertig restauriert wurde. Für die Statue wurde extra die Nepomuk-Kapelle mit viel Eigenleistung errichtet und am Sonntag, 21. Oktober 2001 wurde die Segnung der Kapelle und der Figur durchgeführt. Die Patenschaft übernahm hierfür die Freiwillige Feuerwehr Nassenfels. Lange Jahre stand die Figur des Brückenheiligen an dieser Stelle, bevor 2014 der Markt Nassenfels die Verantwortung für die Kapelle übernahm. Leider hat der Zahn der Zeit dem Holz der Figur zugesetzt, deshalb starteten bereits ein Jahr später die Überlegungen, die Kapelle und insbesonders die Statue wieder auf Vordermann zu bringen. Relativ schnell stand fest, dass die Darstellung nach deren Restauration nicht wieder in die Kapelle und zu den Witterungsbedingungen zurück soll; die ersten Gedanken über eine Ersatzbeschaffung wurden gestartet, die allerdings auch im finanziell erschwinglichen Rahmen liegen sollte. Ein Gesellenstück eines Steinmetzmeisters? Eine Zusammenarbeit mit einer Steinmetzschule? Im Sommer 2018 war die Idee geboren: Bürgermeister Thomas Hollinger suchte den Künstler Georg Hiller in seiner Freiluftwerkstatt am Holzplatz von Nassenfels Richtung Zell an der Speck auf und fragte, ob er bereit wäre, eine neue Figur zu erstellen. Nach langer Überlegung und etwas Überzeugungskraft, sagte Hiller zu und der Marktrat beschloss am 12. September 2018 einstimmig: Hiller wird beauftragt, eine mit der Motorsäge geschnitzte Ersatzfigur zu gestalten. Bei den bisher gestalteten Figuren Hillers handelte es sich hauptsächlich um Eulen, Adler oder auch Sonnenblumen, die er aus Holzblöcken mit seiner Motorsäge „herauszaubert“. Die Nepomukstatue sollte ihn vor neue Herausforderungen stellen. Die erste Schwierigkeit trat noch vor Beginn der eigentlichen Arbeiten auf: Welcher Baum soll verwendet werden? Es sollte eine Eiche mit den richtigen Maßen sein; allerdings hatten sowohl Landwirte, Förster oder auch die Forstbetriebsgemeinschaft keinen passenden Stamm zur Hand. Wie es der Zufall wollte, ging Hiller in seiner fränkischen Heimat sparzieren und trifft seinen ehemaligen Nachbarn, der eine Eiche mit einen Umfang von 2,85 Meter in seinem Besitz hat. Aber die nächste Herausforderung wartete bereits: Die Eiche musste erst noch gefällt und dann der Stamm nach Nassenfels transportiert werden. Also machte sich am 28. Dezember 2018 Hiller zusammen mit seinen Bruder und seinem Vater auf.Sie fällten den Baum und bereiteten den Transport vor. Kurz vor Ostern war es dann soweit: Der Stamm wurde nach Nassenfels geliefert, aufgestellt und der Splint heruntergesägt. Gleich am „Osterdienstag“ in der Früh um 7.00 Uhr machte sich Hiller an die eigentliche Arbeit und investierte in den nächsten Tagen zahlreiche Stunden. Nach dem Transport zu ihm nach Hause – mit Unterstützung eines ortsansässigen Landwirts – erhielt die Figur den letzten Feinschliff und wurde noch viermal gestrichen, bevor sie nun an seinen angedachten Standort aufgestellte wurde. Pünktlich zum Gedenktag des heiligen Johannes-Nepomuk, dem 16. Mai, segnete Pfarrer Pater Slawomir Gluchowski die Figur. Zahlreiche Markträte und Gläubige feierten diesen besonderen Moment mit und übergaben die Statue ihrer angedachten Bestimmung.
Nun steht die Figur mit einem zufriedenen Lächeln, gnädigen Blick und einem Kreuz fest in der Hand an der Brücke und wacht über sie.